Mittwoch, 13. Oktober 2010
Das große Schweigen – Lebensmittelhersteller geizen mit Nährwertangaben
Auf die richtige Ernährung kommt es an, darauf hat die Network-Karriere immer wieder hingewiesen. Um sich richtig ernähren zu können, muss man natürlich wissen, welche Zutaten die gekauften Lebensmittel in welcher Zusammenstellung enthalten. Viele Lebensmittelhersteller geizen aber mit Angaben zum Zucker- und Fettgehalt auf der Verpackung. Das ergab eine bundesweite Untersuchung der Verbraucherzentralen von über 3.500 Lebensmitteln von mehr als 50 Herstellern. Gerade bei zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Wurst und Süßigkeiten fehlen oft wichtige Nährwertangaben.
Die Verbraucherzentralen haben dazu Lebensmittel aus elf Warengruppen in 17 Supermarktketten auf ihre Nährwertkennzeichnung hin überprüft. Bei fast der Hälfte der untersuchten Produkte fehlte die vollständige Kennzeichnung aller acht Nährwerte: Energiegehalt, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Natrium bzw. Salz. Eine eindeutige Auflistung wäre aber eine wichtige Voraussetzung, um Dickmacher zu entlarven. Bei knapp 15 Prozent der untersuchten Lebensmittel fehlt jegliche Angabe zum Kaloriengehalt und zu den Nährstoffen.
Schlechte Ergebnisse für Markenartikel
Besonders schlecht schnitten vergangenes Jahr bekannte Produkte von Ferrero, Storck oder Haribo ab. So war nur ein einziges von 36 untersuchten Ferrero-Produkten mit der Angabe zum Zuckergehalt versehen. Noch schlechter die Firma Ritter Sport: Keines ihrer Produkte war entsprechend gekennzeichnet. Positiv hingegen: Danone, Zentis und Iglo. Insgesamt war bei 33 der 50 untersuchten Hersteller, also bei 68 Prozent, die Kennzeichnung unbefriedigend. Lediglich bei 18 Prozent konnte sie als gut bezeichnet werden.
Seltenere Kennzeichnung bei fett- oder zuckerreichen Produkten
Auffällig ist, dass gerade bei kalorienreichen Produkten oft die Nährwertangabe fehlt: Die Kalbsleberwurst wird ohne Kennzeichnung angeboten, der fettarme Schinken hingegen ist mit den Nährwerten ausgezeichnet. Bei Molkereiprodukten gibt es ähnliche Fälle, ebenso bei Konfitüren in Bezug auf den Zuckergehalt.
Handel beeinflusst Nährwertkennzeichnung
Discounter legen offensichtlich mehr Wert auf die Nährwertkennzeichnung als Supermärkte. Nur sechs Prozent der untersuchten Produktpackungen bei Aldi Nord und Aldi Süd waren nicht mit der Kennzeichnung versehen. Lidl folgt auf dem zweiten Platz, hier fehlten aber bereits bei knapp 30 Prozent der Produkte die Angaben. Am schlechtesten schnitten Edeka und real,- ab. Aufschlussreich war die Erkenntnis, dass einige Produkte von Haribo oder Storck bei Aldi Nord und Süd mit Nährwertangaben gelabelt waren, in anderen Geschäften aber nicht. Das heißt, dass die Hersteller zu einer kundenfreundlichen Nährwertkennzeichnung bereit sind, sobald der Handel genügend Druck ausübt.
Ampelkennzeichnung gefordert
Die Ergebnisse machen deutlich, dass Hersteller und Handel – von Ausnahmen abgesehen – Verbraucherinnen und Verbrauchern wichtige Nährwertangaben vorenthalten. Die Untersuchung zeigt außerdem, dass die von der EU-Kommission bisher verfolgte Politik der Selbstregulierung nicht verfängt. Da die freiwilligen Maßnahmen der Lebensmittelindustrie im Hinblick auf Nährwertangaben und -kennzeichnung offensichtlich nicht ausreichen, sind nach Auffassung der Verbraucherzentrale gesetzgeberischer Maßnahmen erforderlich.
Die beste Lösung für eine bessere Kennzeichnung des Nährwerts von Lebensmitteln ist die Einführung der obligatorischen Ampelkennzeichnung. Damit könnten Verbraucher schnell und unkompliziert Zuckerbomben und Fettfallen erkennen. Bisher kennzeichnet nur die Firma Frosta vier ihrer Produkte so verbraucherfreundlich. (Quelle: Verbraucherzentrale Bayern)
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen